Neunzig Sekunden, um verstanden zu werden
Jonas Brandt ist in Halle aufgewachsen, hat in Leipzig Mediengestaltung studiert und seine berufliche Laufbahn in einer Agentur begonnen, die hauptsächlich Messefilme produzierte.
Dort lernte er, wie man Aufmerksamkeit gewinnt. Messebesucher kommen selten, um sich lange Erklärungen anzuhören. Sie können jederzeit am Bildschirm vorbeigehen. Ein kurzer Film muss deshalb zeigen, wie ein Produkt funktioniert und warum es Aufmerksamkeit verdient.
In dieser Zeit lernte Jonas, komplexe Ideen in eine verständliche Abfolge von Bildern und Bewegungen zu übersetzen. Diese Fähigkeit wurde später zum Kern seiner Arbeit.
2019 machte er sich selbstständig
Die Selbstständigkeit gab ihm die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Teams zusammenzuarbeiten und sich intensiv mit ihren Produkten zu beschäftigen.
Zu seinen Auftraggebern gehörten ein Softwareanbieter aus Dresden, der die ersten Schritte in seinem Produkt verständlicher machen wollte, eine Berliner Nachhaltigkeitsmarke und ein Hardware-Start-up aus Leipzig.
Jedes Team brachte eine andere Aufgabe mit. Jonas suchte nach einem Weg, sie durch Animation verständlich zu machen.
Nach und nach kamen zu den Erklärvideos animierte Markenidentitäten, UI-Motion, 3D-Visualisierungen und Bewegungsregeln für ganze Designteams hinzu.
Seine Arbeit beginnt mit Worten
Bevor Jonas ein Animationsprogramm öffnet, arbeitet er am Skript. Er liest es laut vor, kürzt und prüft, ob sich die zentrale Aussage beim ersten Hören verstehen lässt.
„Ein gutes Erklärvideo besteht zu achtzig Prozent aus Weglassen. Der Rest ist Timing — und Timing kann man nicht in einer Präsentation beschreiben, das muss man sehen.“
Auf das Skript folgen das Storyboard und anschließend ein Animatic, eine bewusst einfache Rohfassung. In dieser Phase zählen Tempo und Ablauf: Hat das Publikum genug Zeit, das Gesehene zu verstehen? Ist eine Szene zu lang? Funktionieren die Übergänge?
So lassen sich die wichtigsten Entscheidungen besprechen, bevor die finale Animation entsteht. Für kleine Teams bedeutet das weniger aufwendige Korrekturen und besser planbare Kosten.
Erfahrung, die sich zeigen lässt
Heute verfügt Jonas über neun Jahre Berufserfahrung, sieben davon als Freelancer.
In dieser Zeit hat er mehr als 140 Animationen und Erklärvideos umgesetzt, mit 23 Start-ups und kleinen Marken zusammengearbeitet und drei Motion-Guidelines als Handbücher an Teams übergeben.
Zu seinen Arbeiten gehören ein Produktfilm in fünf Sprachfassungen, 28 animierte Zustände für eine Fintech-App und ein 3D-Film für einen Produktlaunch.
Hinter all diesen Projekten steht dieselbe Fähigkeit: sich in komplexe Themen einzuarbeiten und sie für andere verständlich zu machen.
Warum er sich TIMETORIOT angeschlossen hat
Auch ein starkes Portfolio nimmt einem die Suche nach dem nächsten Projekt nicht ab. Jonas möchte Studios und Teams finden, die gute Arbeit schätzen und realistische Zeitpläne dafür vorsehen.
Deshalb hat er sich TIMETORIOT angeschlossen — einer Plattform aus Norwegen, die sich auf kreative Berufe konzentriert.
Ihn haben der Fokus auf das Portfolio, die Prüfung der Stellenanzeigen durch das Plattformteam und der kostenlose Zugang für Kreative angesprochen. Das entspricht der Art, wie er sich potenziellen Auftraggebern vorstellen möchte: mit Arbeiten, die sie ansehen und beurteilen können.
Wissen weitergeben und gemeinsam wachsen
Neben seinen Kundenprojekten betreut Jonas ein kleines Motion-Meetup in Leipzig. Außerdem gibt er Workshops für Marketingteams, die ihre Social-Media-Videos selbst schneiden möchten.
Aus kurzen Messefilmen ist eine berufliche Praxis geworden, die Produkte, Marken und Interfaces umfasst. Sein nächster Schritt: weitere Teams finden, mit denen aus dieser Erfahrung spannende gemeinsame Arbeit entsteht.
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